Wasserversorgung in Weilmünster - Jung: Qualität und Versorgungssicherheit an erster Stelle

Veröffentlicht am 22.03.2012 in Kommunalpolitik

Weilmünster (20.03.2012) Auf Einladung des Bürgermeisterkandidaten Daniel Jung (SPD) fand im Weilmünsterer Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung zum Thema „Zukunft der Trinkwasserversorgung“ mit der Dipl.-Ingenieurin für Umwelt- und Hygienetechnik Alexandra Peter statt.

In den kommenden Jahren werde die Gemeinde Weilmünster ihre Trinkwasserversorgung grundlegend neu strukturieren müssen. Um die aktuell 55 Betriebspunkte umfassende Wasserversorgung zu modernisieren, seien knapp 10 Millionen Euro an Investitionen nötig, stellte Daniel Jung den derzeitigen Planungsstand vor.

Laut einem Sanierungskonzept, welches der Gemeinde seit 2008 vorliege, könnten die Sanierungs- und Betriebskosten durch eine Reduzierung auf nur noch 23 Betriebspunkte erheblich gesenkt werden. Dies sei ein wichtiges Ziel, gerade in Hinblick auf die Wassergebühren.

Allerdings sei Wasser vor allem eines – „Das kostbarste Lebensmittel auf Erden“ sagte Jung mit Blick auf das Motto des diesjährigen Weltwassertages „Wasser und Nahrungssicherheit“. Die Qualität und langfristige Versorgungssicherheit müssten daher stets vor wirtschaftlichen Aspekten an erster Stelle stehen.

In ihrem Vortrag stellte Alexandra Peter aktuelle Ansätze für Sanierungsmaßnahmen in der Trinkwasserversorgung vor. Gerade in den letzten Jahren habe sich hier einiges verändert: Während in der „klassischen“ Trinkwasserversorgung die Endproduktkontrolle als wichtigstes Qualitätskriterium angesehen werde, sei für zukünftige Sanierungsvorhaben ein Umdenken hin zur Prozesskontrolle und ein Fokus auf die Rohwasserqualität erforderlich.

„Im Supermarkt schauen wir als Verbraucher bei Lebensmitteln auf die Herkunft und die einzelnen Verarbeitungsschritte. Genauso muss auch beim Wasser die Qualität an der Quelle stimmen, damit der Aufbereitungsaufwand möglichst gering gehalten werden kann.“ so Peter.

Eindringlich plädierte die Ingenieurin für genaue Gefährdungs- und Risikoanalysen der einzelnen Versorgungsanlagen. Zunächst effiziente Lösungen könnten sich als unwirtschaftlich herausstellen, wenn die langfristige Sicherung der Rohwasserqualität nicht berücksichtigt und dann nachträglich der Einbau aufwendiger Installationstechnik erforderlich werde.

Im Anschluss an den Vortrag kam die Frage auf, was die Gemeinde bei der Stilllegung von Anlagen weiter zu tun habe. Diese müssten vollständig rückgebaut und renaturiert werden, so Peter. Die Kosten hierfür seien im Sanierungskonzept der Gemeinde nicht berücksichtigt, stellte ein Teilnehmer fest.

Auch das Thema PCB-Belastung wurde angesprochen. Hochbehälter, deren Becken mit einem PCB-haltigen Anstrich versehen seien, müssten kurzfristig mit erheblichem Aufwand saniert werden, so die Ingenieurin Alexandra Peter. Alle Weilmünsterer Anlagen werden im Laufe des Jahres auf mögliche Belastungen untersucht, informierte dazu der Weilmünsterer Bauamtsleiter Thomas Weber.

Für das Trinkwasser in Weilmünster konnte er eine klare Entwarnung geben: In keiner der speziell auf PCB untersuchten aktuellen Wasserproben konnte eine Belastung nachgewiesen werden.

In Hinblick auf die Rückbaukosten stillzulegender Anlagen und mögliche neue Belastungen durch PCB-Sanierungen sei das Sanierungskonzept der Gemeinde zu überdenken, zog Jung Bilanz. Die Gemeinde plane heute Versorgungsstrukturen für die kommenden 50 Jahre. Bei diesem Zeithorizont halte er eine detaillierte Risikoanalyse der einzelnen Betriebspunkte für angemessen.

„Bei mir Zuhause gibt’s Weilmünsterer Kronewasser. Und das soll auch so bleiben“, brachte Jung es abschließend auf den Punkt.